Das für die Internationale Bauaustellung Thüringen entstandene Timber Protoype House greift nicht nur die traditionelle Blockbauweise auf, sondern erweitert diese mithilfe digitaler Planungs- und Fertigungsverfahren.

Der integrative, computerbasierte Planungs- und Fertigungsansatz ermöglicht es, Wände und Decken sanft zu verdrehen und dadurch die Box-artige Auspräung der meisten Mikro-Architekturen zu überwinden. Foto: © IBA, International Building Exhibition Thueringen/ Thomas Müller

Ziel des Timber Prototype House des Instituts für Computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung (ICD) an der Universität Stuttgart ist es, das Potential des einfachen und regionalen Baustoffs Holz mit Hilfe modernster digitaler Planungswerkzeuge und Fertigungstechnologien aufzuzeigen, informiert die Internationale Bauaustellung IBA Thüringen auf ihrer Homepage. Das Massivholz-Haus mit seinen 15 m² Innenfläche, das in Zusammenarbeit des Teams um Achim Menges der Universität Stuttgart und Hans Drexler der Jade Hochschule Oldenburg entwickelt wurde, kann vor dem Eiermannbau in Apolda, Thüringen, besichtigt werden.

Beim Timber Prototype House wurde auf das Prinzip der traditionellen Blockbauweise zurückgegriffen, die jedoch weiterentwickelt wurde: Entstanden ist eine Massivholzkonstruktion aus vertikal und in freier Form angeordneten Holzbalken. Durch die digitale Bearbeitung des Holzes konnte einerseits der Dämmwert des Materials verbessert, andererseits hochpräzise Füge- und Verbindungslösungen realisiert werden.

„Im Gegensatz zu der horizontalen Stapelung typischer Blockbauweisen sind hier Kantvollhölzer stehend aufgereiht. So stimmt die Ausrichtung der Wandbauteile mit der Haupttragrichtung des Holzes überein“, schreibt „Informationsdienst Holz“. „Es funktioniert im Prinzip wie ein auf die Seite gedrehtes Blockhaus für das 21. Jahrhundert.“ Die Bauweise erlaube auch das Einbringen von Schlitzen ohne Beeinträchtigung der Tragfähigkeit, was Formstabilität und Dichtigkeit gewährleiste. „Gleichzeitig werden die Schlitzungen als Luftkammern genutzt, was die Wärmeleitfähigkeit reduziert und die Isolationswerte des Materials erhöht.“

Die digitale Fertigung ermögliche dabei laut IBA die Ausbildung hochpräziser, luftdichter und sortenreiner Verbindungen der Holzelemente, ohne zusätzliche Metallbauteile oder Klebstoffe. Das so entstandene, nachhaltige Mono-Material-Bausystem ist Tragwerk, Hülle und Dämmung in einem. „Als neuartiges Holzbausystem zeigt es die Möglichkeiten umweltfreundlicher, wirtschaftlicher und monomaterieller Gebäudehüllen, die architektonisch ausdrucksstark sind.“ (cst)

IBA Thüringen 

Bericht „Informationsdienst Holz“ 

Institut für Computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung 

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